Kommunen, öffentliche Einrichtungen und Unternehmen

Anregungen für Unternehmen  

Jeder Unternehmer, egal ob groß oder klein, hat die Möglichkeit, seinen Beitrag zur Erhöhung der Biodiversität zu leisten.

Foto: F. Scholz

 

Jede Firma ist einzigartig und darum sind auch die machbaren Möglichkeiten sehr verschieden.

Am besten unternimmt man eine Besichtigungstour durch das eigene Unternehmen. Schauen Sie sich Ihren Laden, das Büro, die Werkshallen unter folgenden Gesichtspunkten an:

  • Parkplatz – grau, grünes Einerlei oder blüht es bunt?
  • Eingangsbereich – gibt es eine Bepflanzung und wenn ja, ist sie insektenfreundlich?
  • Pausenbereich im Außengelände –wenn ja, wie ist dieser gestaltet? Abwechslungsreich mit Heckenelementen, Blühwiese, Staudenbeete?
  • Fassade – wäre eine Fassadenbegrünung eine Option?
  • Freiflächen – wo kann sich hier ungestört ein kleines, wildes Paradies entwickeln?

Es hilft ungemein, bei dieser „Expedition“ sich mal in die Rolle eines Schmetterlings oder einer Wildbiene zu begeben und sich zu fragen:

„Ist das Buffet reichlich gedeckt? Gibt es eine abwechslungsreiche Kost? Kann ich vom Frühling bis zum Herbst nach Lust und Laune schlemmen?

Vielleicht stellt sich jetzt der eine oder andere Leser die durchaus berechtigte Frage:

„Und was soll mir als Unternehmen das ganze Theater bitteschön bringen“?

Zu allererst profitieren natürlich die verschiedensten Tiere von diesen umgesetzten Maßnahmen. Schmetterlinge, Hummeln, Wildbienen, aber auch Vögel, Kleinsäuger, Eidechsen…

Darüber hinaus wird das Image Ihres Unternehmens gefördert und stellt Ihr Engagement für die Biologische Vielfalt sichtbar dar. Weiterhin profitieren auch die Mitarbeiter. Ein gesundes, ansprechendes Arbeitsumfeld fördert die Motivation und stärkt die Gesundheit.

Der nachfolgende Link lädt zum vertiefenden Nachlesen ein:

https://www.berlin.de/senuvk/natur_gruen/naturschutz/downloads/publikationen/Leitfaden_BiologischeVielfalt_BerlinUnternehmen.pdf

Anregungen für Kommunen

Alle bereits aufgeführten Anregungen und Tipps gelten natürlich auch für Kommunen.

Es gibt aber doch einige Besonderheiten, auf die wir hier näher eingehen möchten.

Pestizidfreie Städte und Kommunen

Laut Aussage des BUND haben in Deutschland sich bereits über 500 Städte und Kommunen dazu bereiterklärt, ohne Pestizide oder zumindest ohne Glyphosat zu wirtschaften.

Auch im Erzgebirgskreis gibt es bereits einige Städte und  Gemeinden, die im Bereich Grünpflege umweltverträglicher arbeiten. Hier der Link zur Karte:

https://www.bund.net/umweltgifte/pestizide/pestizidfreie-kommune/

Diese Kommunen stehen sicher gerne als Ansprechpartner zur Verfügung, um Fragen bezüglich der neuen Grünflächenpflege zu beantworten.

Kommunikation mit den Bürgern

Die wichtigste Maßnahme bei allen Kommunen ist die vermehrte Kommunikation mit den Bürgern über ein alternatives Schönheitsideal. Was bedeutet eine „ordentliche Fläche“? Wo kann der Bürger eine geringere Mahdhäufigkeit gut tolerieren? Müssen es immer Stiefmütterchen sein, oder können insektenfreundliche Bepflanzungen auch schön sein? Darf ein Löwenzahn auf dem Fußweg wachsen?


Foto: pixabay

Die vermehrte Öffentlichkeitsarbeit ist wichtig und nicht zu unterschätzen. Ob über Artikel in der Presse, Bürgerversammlungen, Vorträge, Stadtführungen – der Bürger muss informiert und aufgeklärt werden.

Für die Unkrautbekämpfung ohne Chemie stehen den Kommunen verschiedene Geräte bzw. Verfahren zur Verfügung. Ob es den Pflanzen nun mittels Wildkrautbürsten, Abflammgeräten, heißem Schaum oder dem altbewährten Handjäten an den Kragen geht, es bedeutet natürlich erst einmal eventuelle Mehrkosten für die Technik und einen Mehraufwand an Personaleinsatz. Langfristig gesehen rechnet es sich. Durch kluge Planung und kreative Ideen ist es machbar – was die vielen pestizidfreien Kommunen in Deutschland beweisen.

Weitere Maßnahmen, die die Biodiversität in den Kommunen fördern:

  • Bepflanzung der kommunalen Balkonkästen und Blumenkübel mit insektenfreundlichen Blumen und Kräutern
  • Auf den Einsatz von Laubsaugern verzichten
  • Reduzierung von mineralischen Düngemitteln
  • Torfverzicht

„Die beste Lebensversicherung für unsere Enkel ist der Schutz der Insekten“
A. Sverdrup-Thygeson – Biologie Professorin

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